Das maritime "Luechthuus" - Glossar

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Babystag (das)
Auf Kielyachten ein zweites kürzeres Vorstag, das in Höhe der unteren Saling angreift und aufs Vordeck herabführt. Auch als Trimmstag bezeichnet, weil mit ihm die Mastbiegung reguliert werden kann.

Back (die)
1. Erhöhter vorderer Teil des Decks.
2. Seemännische Bezeichnung für Tisch.

back (engl.)
Zurück, rückwärts. Wird ein Segel back geholt, fällt der Wind von der "Rückseite" ein. Entweder segelt das Boot dann rückwärts, oder man erhöht dadurch das Drehmoment beim Wenden.

Backbord (Bb.)
In Fahrtrichtung gesehen die linke Seite eines Bootes. Links.

Backdecker
Ein Yachttyp mit einem flachen Aufbau, der über die gesamte Bootsbreite geht, also kein Laufdeck an den Seiten hat.

Backskiste
In die Cockpitbank eingebauter, von außen zugänglicher Staukasten.

Backstag (auch Preventer)
Ein vom Mast nach achtern aufs Seitendeck führendes Stag. Es kann jeweils nur in Luv durchgesetzt werden. In Lee muss es losgeworfen werden, um nicht mit dem Großbaum zu kollidieren. Dient zum Trimmen des Mastes.

Bake
- Feste Fahrwassermarkierung mit einem Topzeichen (Tagessichtzeichen), auch mit Leuchteneinrichtung als Leuchtbake oder Feuerbake.

- Festes Seezeichen mit charakteristischer Form.

- Festgegründetes pfahl- oder gittermastartiges Schiffahrtszeichen mit Kennung durch Form oder Form und Farbe. Mit Leuchtfeuer wird sie als Leuchtbake bezeichnet. Deutschland bekannteste Bake ist die Kugelbake in Cuxhaven.

- Festgegründetes Schiffahrtszeichen mit Kennung, durch Form, Farbgebung, Toppzeichen und/oder Feuer (im Fall von Leuchtbaken oder Leuchtpfahl). (Wird oft auch mit Zusätzen benutzt, die die besondere Art der Bake anzeigen, wie Deviationsbake, Leuchtbake, Meilenbake, Radarbake, Richtbake).

- An Land als "festes" Seezeichen aufgestelltes Gerüst von auffälligem Aussehen.

Bakentonne
Tonne mit bakenartigem Aufbau. Hierzu werden auch die Leucht-, Heul- und Glockentonnen gerechnet.


Balkenbucht (die)
Eine leichte konvexe Wölbung des Decks.

Balkweger
Längsbalken, auf denen die Decksbalken ruhen.

Ballast (der)
Gewicht im oder unter dem Kiel einer Yacht, um die Stabilität (Gewichtsstabilität) zu erhöhen. Meistens aus Blei.

Bandbreite
Bei nachrichtentechnischen Geräten der Durchlassbereich für ein erwünschtes Frequenzband.

Baum

Eine Stange aus Holz, Kunststoff oder meistens Aluminium, an der die untere Kante eines Segels angeschlagen (Großbaum) oder auch "fliegend" gefahren wird (Spinnakerbaum).

Baumniederholer
Unten am Mast angreifende Talje, die ein Steigen des Baums auf Vorm-Wind-Kursen verhindert. Auch als Kicker bezeichnet.

Bauwerkhöhe (an deutschen Küsten)
Die Höhe des Firstes über dem Erdboden.

Befehl
siehe Fernwirksystem

Befeuerung
Gesamtheit der der Sicherung eines Verkehrsweges oder eines Abschnittes desselben dienenden Leuchtfeuer.

beidrehen
Eine Yacht hoch am Wind, durch entsprechende Segelstellung, etwa das Backholen der Fock, nahezu zum Stehen bringen.

beiliegen
Beigedreht einen Sturm abwettern, aber auch längere Zeit annähernd an einer Stelle liegen bleiben, um etwas zu bergen oder eine Reparatur auszuführen.

bekneifen
Festklemmen (von Leinen).

belegen
Eine Leine festmachen.

Beleuchtungsstärke
Der auf eine bestimmte Fläche auffallende Lichtstrom, geteilt durch diese Fläche in m2. Einheit Lux (lx).

Beplankung
Die Außenhaut eines konventionell gebauten Schiffes.

bergen
1. Die Segel herunternehmen.
2. Einen Gegenstand in Sicherheit bringen
3. Ein in Seenot geratenes Schiff einbringen. Die Besatzung oder Ladung von einem gestrandeten Schiff herunterholen (abbergen).

Besan (der)
Auf Zwei- und Mehrmastern der hintere kürzere Mast. Aber auch das Segel daran wird als Besan bezeichnet.

Betonnung
Gesamtheit der Tonnen, die der Sicherung der Schiffahrt inner- oder außerhalb eines Fahrwassers dienen.

Betriebslichtstärke
Die Lichtsstärke eines Signalscheinwerfers, die die Lichtverluste berücksichtigt, die z. B. durch Alterung der Lampe und Verschmutzung der Leuchte eintreten.
Bewachtes Leuchtfeuer
Feuer, das durch einen Wärter bedient und unterhalten wird, der notfalls sofort eingreifen kann.

Biikebrennen
friesisches Nationalfest, findet jedes Jahr am 21. Februar an der Nordseeküste und auf den Inseln und Halligen statt.
Im Laufe des Jahres wird brennbares Strandgut gesammelt, zu einem großen Haufen aufgeschichtet und angezündet.
Obenauf wird der "swatte Peter" (schwarzer Peter = Strohpuppe) befestigt und mitverbrannt. Anschließend findet
ein gemütliches Grünkohlessen statt. Die Bedeutung des Biikebrennens wechselte mehrmals im Laufe der Jahrhunderte,
geht auf heidnische Bräuche zurück, diente als Abschiedsfeier für die Seefahrer, sollte die Vertreibung des Winters
symbolisieren und Gott Wotan gnädig stimmen.

Bilge (die)
Der Raum im Bootsboden zwischen Kiel und Bodenbrettern.

Bindereff (auch Bändselreff)
Die Segelfläche wird bei starkem Wind verkleinert, indem man das Tuch auf den Baum herunterholt und dort festbindet.

Blanker Hans
Spitzname für Sturmflut. "Blank" bedeutet "unter Wasser stehend", die Hallig läuft blank.

Blaugas
Verflüssigtes Ölgas, erstmals 1907 von dem Augsburger Chemiker Hermann Blau hergestellt.

Blinkfeuer
Feuer mit regelmäßig wiederkehrenden Lichterscheinungen als Kennung. Die Pause soll länger sein als der Blink, der mindestens zwei Sekunden scheinen muß.

Blister (der)
Ein großes spinnakerähnliches Leichtwetter-Vorsegel für Vorm-Wind- und Raumschots-Kurse, das aber ohne Baum gefahren wird.

Blitzfeuer
Feuer mit regelmäßig wiederkehrenden Lichterscheinungen als Kennung. Die Pause muß länger sein als der Blitz, der höchstens 0,7 Sekunden dauern darf.

Blitzlichtstärke
Die visuell wirksame Lichtstärke eines Blitzfeuers, sie kann kleiner sein als das Lichtstärkenmaximum und hängt ab vom zeitlichen Lichtstärkeverlauf.
Eine Berechnungshilfe kann die Blitzflussziffer sein.

Block
Gehäuse aus Holz, Metall oder Kunststoff mit einer oder mehreren Rollen, über die Leinen laufen.

Blüse
- Offenes und ungeschütztes Feuer; Brennstoff: Stroh, Holz, Kohle.

- Hölzernes oder steinernes Bauwerk, auf dessen oberer Plattform ein offenes Feuer brennt.

- Historische Leuchtfeueranlage, bestehend aus einem massiven Bau oder einem Balkengerüst, auf deren oberer Plattform ein offenes Feuer brannte, meistens Steinkohle (Kohlenblüse)

- Bauwerk aus Holz oder Stein, auf dem in einer Feuerstelle ein offenes Feuer mit Holz oder Kohlen brennt.

Bogenlampe
- Elektrische Lampe, bei der zwischen zwei Kohlestiften ein sehr heller Lichtbogen erzeugt wird.

- Zwischen zwei Kohlestäben einer Bogenlampe entsteht nach dem Anlegen einer elektrischen Spannung ein sehr heller Lichtbogen.

Boje
1. Im Grund verankerter Schwimmkörper zum Festmachen von Booten
2. Nicht ganz korrekte Bezeichnung für Tonnen, die als Seezeichen oder Wendemarken bei Regatten dienen.

Bord (der)
Eigentlich die Schiffsseite (Backbord, Steuerbord), besonders deren Oberkante, daher "über Bord" fallen. "An Bord" heißt allgemein sich auf einem Schiff befinden.

Bordfunkpeiler
Ein an Bord eines Schiffes aufgestellter Funkpeiler.

Brackwasser
Gemisch aus Süß- und Salzwasser

brechen
1. Seemännischer Ausdruck für das Reißen von Leinen und Ketten (nicht jedoch für Segel).
2. Das "Überkämmen" der Wellen, wenn sich auf einer Welle eine Schaumkrone bildet.

Brennweite
Längenangabe in mm für den Abstand des Brennpunktes einer Linse oder Hohlspiegels vom Mittelpunkt der/desselben. · Bei einem Fotoapparat z. B. die Entfernung zwischen Filmoberfläche und der sog. Hauptebene des Objektivs (da die meisten Objektive, ob für Fotografie, Film oder Video, aus mehreren Linsen bzw. Linsengruppen bestehen, wird die Stelle im Objektiv, an der sich die Blende befindet, als die Hauptebene bezeichnet. An dieser Stelle im Objektiv kreuzen sich alle Lichtstrahlen) bei Einstellung auf oo (Unendlich). Bezogen auf eine Leuchtturmoptik ist dies die Strecke, angegeben in mm, zwischen der Lichtquelle (Brennpunkt) und der der Lichtquelle zugewandten Oberfläche der Linse. Lichtquelle und Linse sind dabei senkrecht auf einer gemeinsamen Mittelachse ausgerichtet. Die Brennweite ist abhängig vom Krümmungsradius und (bei Linsen) vom Brechungsvermögen der verwendeten Linsensubstanz. Die Leuchtfeueroptiken wurden, je nach Brennweite, schon von J. A. Fresnel in Klassen unterteilt und mit Ordnungszahlen versehen, die für alle Fresnelschen Apparate ihre Gültigkeit beibehielten.

Brückendeck
Auf Yachten eine mehr oder minder breite Abschottung des Cockpits gegen den Kajütniedergang, meist als Sitzbank einbezogen. Das Brückendeck verhindert, dass Wasser aus dem Cockpit in die offene Kajüte schwappt.

Bucht
1. Zurückspringendes Küstenstück.
2. Schleife in einer Leine. Sie wird "in Buchten" aufgeschossen.

Bug (der)
Das vordere Ende eines Schiffes. Steuerbord- bzw. Backbordbug bezeichnet jedoch jeweils die Seite einer Yacht, auf der der Großbaum geführt wird.

Bugkorb (auch Bugkanzel)
Fest auf dem Vorschiff montiertes Schutzgeländer aus verzinktem Stahl, Niro oder Aluminium. Entsprechend gibt es auf dem Achterschiff Heckkörbe.

Bullenstander (der)
Eine Leine, die auf Vorm-Wind-Kursen vom Ende des Baums nach vorne geführt wird, um zu verhindern, dass der Baum auf die andere Seite herumschlägt.



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