Das maritime "Luechthuus" - Glossar

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Fahrwasser
Die durch Seezeichen markierte Fahrrinne mit tiefem Wasser.

Fahrwasserbefeuerung
Gesamtheit der Feuer zur Bezeichnung eines Fahrwassers.

Fahrwasserbezeichnung
Gesamtheit der Seezeichen zur Bezeichnung eines Fahrwassers.

Fall (das, Mehrz.: Fallen)
1. Leinen oder Drähte zum Setzen der Segel. Entsprechend Großfall, Fockfall oder Spinnakerfall.
2. Der Fall = Neigung eines Mastes nach vorne oder achtern.

Fasstonne
Tonne, in Form eines horizontal schwimmenden Fasses oder Zylinders, die für besondere Zwecke (z.B. zum Festmachen) verwendet wird.

Feldstärke
Elektrisch oder magnetisch;
Effektivwert der elektrischen bzw. magnetischen Komponente einer elektromagnetischen Welle in einer gewählten Raumrichtung.

Fender (der)
Polster aus unterschiedlichen Materialien, um die Bordwand vor Beschädigungen an Stegen, Nachbarschiffen oder Ähnlichem zu schützen.

Fernwirken
Überwachen und/oder steuern räumlich entfernter Objekte mittels signalumformender Verfahren von einer oder mehreren Stellen aus. Auch als Fernüberwachen bzw. Fernsteuern bezeichnet.

Fernwirksystem
Zusammenfassung technischer und organisatorischer Mittel zur autonomen Erfüllung von Fernwirkaufgaben.
Für das im deutschen Seezeichenwesen eingeführte Fernwirksystem sind folgende Begriffe festgelegt worden:
- Hauptschaltstelle
---Eine Stelle, von der aus alle im Bereich eines WSA zusammengefassten Schiffahrtszeichen gesteuert und überwacht werden.
- Oberschaltstelle
---Eine Schaltstelle, von der aus ein Teil der zu Bereich einer Hauptschaltstelle gehörenden Schiffahrtszeichen gesteuert und überwacht werden kann,
---von denen mindestens einige Anlagen bereits in einer nachgeordneten Schaltstelle zusammengefasst sind.
- Schaltstelle
---Eine Anlage, von der aus mehrere zum Bereich einer Hauptstelle oder Oberschaltstelle gehörenden Stationen oder/und Unterstationen gesteuert und überwacht werden können.
- Station
---Ein Schiffahrtszeichen, das örtlich gesteuert und überwacht werden kann.
- Unterstation
---Ein Schiffahrtszeichen, das nicht örtlich gesteuert und überwacht werden kann.
- Ortssteueranlage
---Einrichtung zur Steuerung und Überwachung vom Ort einer Schaltstelle oder Station. Sie enthält selbsttätig arbeitende Steuer- und Überwachungseinrichtungen,
---die nach einer Befehlsgabe einen Steuervorgang ablaufen lassen, den Betriebszustand erfassen und auf der Ortssteuertafel anzeigen können.
- Fernwirkanlage
---Sie dient der Fernübertragung von Befehlen, Meldungen und ggf. Messwerten. Sie besteht aus:
---- der Fernwirktafel zur Eingabe von Befehlen und zur Anzeige von Meldungen und Messwerten,
---- dem Fernwirkgerät zur Auf- und Abbereitung von Betriebsinformationen für die Übertragung der Betriebsinformationen.
- Befehl
---Eine Information, die in ihrer Bedeutung vorbestimmt ist und den vorgeplanten Ablauf eines Betriebsgeschehens auslöst.
- Meldung
---Eine Information über den Betriebszustand einer Anlage, die in der Hauptschaltstelle, Oberschaltstelle bzw. Schaltstelle angezeigt wird.

Festes Seezeichen
Unmittelbar mit dem Boden oder Grund verbundenes Seezeichen, wie Leuchtturm, Bake, Stange, Pricke.

Festfeuer
Feuer, das von einer Stelle aus gesehen unverändert, ununterbrochen und gleichmäßig erscheint.

Festmachtonne
Tonne, an der Schiffe und andere schwimmende Fahrzeuge vertäut werden, sie ist kein Seezeichen.

Feuer
- Licht mit Kennung, das der Befeuerung eines Leuchtturms dient.

- Licht mit Kennung, der das Befeuerung dient. (siehe auch Leuchtfeuer)

- Die Lichter von Seezeichen, Leuchttürmen usw.

Feuerhöhe
- An der Nordseeküste über Mittlerem Tidehochwasser (MThw), an der Ostseeküste über Mittlerem Wasserstand (MW).

- Höhe der Lichtquelle eines Leuchtfeuers über dem Meeresspiegel (Nordsee: über mittlerem Hochwasser; Ostsee: mittlerer Wasserstand).
---Setzt sich aus der geographischen Höhe in der Höhe eines Bauwerks zusammen.

- Die Höhe der Lichtquelle eines Leuchtfeuers übe dem Wasserspiegel, im Tidegebiet übe dem mittleren Tidehochwasser (MThw), sonst über dem mittleren Wasserstand (MW).

Feuerschiff
- Verankertes Spezialschiff als Leuchtfeuer. Ehemals bemannt mit einer Besatzung, die regelmäßig abgelöst wurde. Der "Törn" betrug in Deutschland zuletzt zwei Wochen. Heute aus wirtschaftlichen Gründen durch Großtonnen (LANBY) oder durch unbemannte Feuerschiffe (UFS) ersetzt.

- Auf bestimmter Position als Schiffahrtszeichen vor Anker liegendes Schiff, um eine gefährliche Stelle oder eine Landansteuerung zu bezeichnen. Ein Feuerschiff ist mit einem Feuer hoher Lichtstärke ausgerüstet und hat je nach Erfordernis der besonderen Position Funkfeuer, Radarantwortbake, Nebelschallsender und andere seezeichentechnische Einrichtungen. Es kann einen Eigenantrieb haben. Um auch als Tagesmarke aufzufallen, sind Rumpf und Laternenaufbauten normalerweise rot gefärbt. Der Name der Station ist auf beiden Seiten des Schiffes angegeben.

fieren
Dem Zug auf einer Leine nachgeben, ohne sie ausrauschen zu lassen. Häufig auch: auffieren.


Finish (das)
Begriff (aus dem Englischen), der mit dem Kunststoff-Bootsbau aufkam. Ursprünglich Kriterium für die äußere Gelcoatschicht (gutes oder schlechtes Finish), inzwischen zu einem etwas verschwommenen Begriff ausgeweitet für die Gesamtfertigung bzw. den Gesamteindruck eines Bootes.

Flut
die auflaufende Bewegung bzw. das periodische Ansteigen des Meeresspiegels. Ebbe und Flut, entstehen durch die Anziehungskraft des
Mondes. Ca. alle 6 Stunden wechseln Ebbe und Flut

Fock (die)
Dreieckiges Vorsegel. Es gehört zu den Haupt- oder Arbeitssegeln.

Fockroller
Mechanische Vorrichtung, um die Fock, vom Cockpit aus, auf das Vorstag aufzurollen.

Formstabilität
Sie ergibt sich, im Gegensatz zur Gewichtsstabilität, aus der Rumpfform. Jollen sind fast ausschließlich formstabil. Bei Kielyachten hat die Formstabilität nur einen geringen Stabilitätsanteil.

Freibord (der)
Höhe der Bordwand über der Wasserlinie.

Fresnel, Augustin Jean (1788 - 1827)
- Franz. Physiker und Ingenieur, Begründer der modernen physikalischen Optik, erfindet um 1820 die Gürtellinse.

- Französischer Physiker, begründete exakt die Wellentheroie des Lichtes. Er erfand den nach ihm benannten Doppelspiegel und das Biprisma.

Fresnel, Leonor
Bruder von J. A. Fresnel. Übernahm nach dessen Tod die Fertigung von Fresnelschen Apparaten. Arbeitete viel mit den Stevensons in Schottland zusammen.

Fresnel-Linse, -Optik
- Gürtellinse mit nur einer Lichtquelle in der Mitte. Durch besondere Anordnung der Prismen werden dabei die Lichtstrahlen parallel zur Horizontalachse der Lichtquelle gebündelt. Die Fresnel-Linse wurde 1820 von dem französischen Physiker Augustin Jean Fresnel (1788 - 1827) erfunden.

- Von Fresnel erfundene und nach ihm benannte Optik, bestehend aus Linsen und Prismen, die um eine Lichtquelle angeordnet wird. Bei Anordnung der Linsen um eine vertikale Achse entsteht eine Gürtellinse, bei Anordnung im eine horizontale Achse ein Scheinwerfersystem.

Funkelfeuer
- Feuer mit regelmäßig wiederkehrenden Lichterscheinungen als Kennung, und zwar mindestens regelmäßig 60 pro Minute.

- Ortsgebundener Funksender als Schiffahrtszeichen, der von bekanntem Standort Funkzeichen aussendet und dadurch einem Schiff ermöglicht, mit geeignetem Peilempfänger die Richtung auf das Funkfeuer festzustellen. Die Aussendung, aber auch die ganze Anlage, wurden vor 1945 auch als Funknebelsignal (FNS) bezeichnet.

Funkmess
In der Anfangszeit benutzte deutsche Bezeichnung für Radar.

Funknavigation
Anwendung der Funkortung für Zwecke der Navigation, einschließlich der Ortung von Hindernissen.

Funkortung
Bestimmung des Standortes oder Erlangung von Angaben in Bezug auf einen Standort mit Hilfe der Ausbreitungseigenschaften der Funkwellen.

Funkpeiler
Empfängersystem mit Antenne und zugehörigen Schaltungen zur Funkpeilung.

Funkpeilung
Funkortung, die den Empfang von Funkwellen zur Bestimmung der Richtung benutzt, in der sich eine Funkstelle oder ein Gegenstand befindet. Bei
- Eigenpeilung wird die Richtung vom eigenen Standort zu einem fremden Sender bestimmt. Bei
- Fremdpeilung wird eine Anzahl örtlich getrennter Empfangsstellen benutzt um die Richtung zu einem Sender mit unbekanntem Standort zu bestimmen.




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