Feuerschiff Bürgermeister O'Swald / Elbe1

 

1998

 

2002


 
 

Steckbrief
Name: Bürgermeister O'Swald / Elbe1
Ort: Cuxhaven
Erbaut: Kiellegung 1941 - Stapellauf 1943 - Auslegung 1948
In Betrieb: Nein / Museumsschiff "Immer fahrbereit"
Foto von: Juni 1998 / Juli 2002 / Juni 2003
Kommentar: In Cuxhaven lohnt sich immer ein Besuch. Und die Elbe1 ist außerdem eines der Feuerschiffe, die man am besten fotografieren kann.
Technisches: Länge 57,30 m Breite 9,55 m
1988 Außerbetriebnahme des bemannten Feuerschiffes "Elbe 1", Inbetriebnahme des unbemannten Feuerschiffes "Elbe"

Hier ein Bericht aus dem Cuxhaven Journal Nr.59 - März/April 1998

„Elbe 1“ Feuerschiff und Legende

Funktionsfähiges Museum macht dem Förderverein viel Arbeit

Im Cuxhavener Hafen, zentral direkt neben der Klappbrücken hat vor nahezu einem Jahrzehnt ein ganz besonderes Schiff seinen letzen Liegeplatz gefunden: Das Feuerschiff „Bürgermeister O`Swald“, das unter seiner Positionsbezeichnung „Elbe 1“ viel bekannter ist. Nicht nur für Ship-Lover ist „Elbe 1“ein legendäres Schiff, das ein bemerkenswertes Stück Zeitgeschichte geschrieben hat.

Auf der Position „Elbe „ weit draußen vor er Elbmündung lag das knallrote Schiff mehr als 40 Jahre bis zum 22. April 1988. Seitdem lockte die schwimmende Legende mehrere hunderttausend Besucher an Bord. Die „Bürgermeister O`Swald“ war das letzt bemannte Feuerschiff vor der Elbe und wäre beinahe das letzte bemannte Feuerschiff vor der bundesdeutschen Küste überhaupt gewesen. Doch das Feuerschiff „Borkumriff“ wurde noch einige Wochen später zum letzten Mal eingeholt. Einmaligkeit kann das Schiff dennoch für sich in Anspruch nehmen: Das Cuxhavener Museums-Feuerschiff ist das einzige voll funktionsfähige Feuerschiff an der Küste. „Das Schiff könnte morgen wieder auf Position gehen“, sagt Peter Rhetz. Und der muß es wissen, ist er doch innerhalb des „Fördervereins Schiffahrtsgeschichte Cuxhaven“, der den Untertitel „Feuerschiff Elbe !“ trägt, für dieses Museumsschiff zuständig.

Ein Wegweiser bei jedem Wetter

Bei jedem Wetter wies „Elbe1“ rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres der internationalen Schiffahrt den sicheren Weg in die Elbe oder nach See – je nach der Bestimmung der Schiffe. Bei schwerem Sturm und dichtem Nebel gerieten Schiff und Besatzung häufig in akute Gefahr, wurde mehrfach sogar gerammt.

Letzter Liegeplatz an der Klappbrücke

Dann kam das Feuerschiff nach Cuxhaven, lag zunächst an der Pier des Tonnenhofes beim Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven, zu dessen Flotte es bis zu seiner Außerdienststellung gehörte. Die Stadt Cuxhaven entschied einen zwischenzeitlich ausgebrochenen Städte-Wettlauf zu ihren Gunsten, denn auch Papenburg bemühte sich um dieses weltweit bekannte Feuerschiff. Immerhin wurde „Bürgermeister O`Swald“ auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut.

Doch die Verbindung des Schiffes zur Elbmündung zählte mehr. Seit der Indienststellung im Oktober 148 war Cuxhaven Heimathafen und Landbasis zugleich. Die Bestatzungen, das waren zuletzt jeweils zwölf Mann pro Wache, kamen fast ausschließlich aus der Stadt an der Elbemündung. Das gab den Ausschlag für die Entscheidung des Bundesverkehrsministers  als Eigner, das Schiff in Cuxhaven zu belassen.

Die Stadt Cuxhaven ist der Eigner

So ist die Stadt Cuxhaven heute Eigner des Feuerschiffes. Die Betreuung des Museumsschiffes haben jedoch Cuxhavener übernommen, die im „Förderverein Schiffahrtsgeschichte Cuxhaven – Feuerschiff Elbe1 e.V.“ zusammengeschlossen sind. Dieser Verein engagiert sich auch bei der ideellen Unterstützung des Wrackmuseums in Stickenbüttel und für den Erhalt des historischen Schoners „Hermine“ im Zentrum der Stadt am Schleusenpriel.

Die Auszeichnung, für dieses Schiff etwas tun und an Bord sein zu dürfen, ist eine hohe Motivation für die Aktiven. Und so haben sie viel geleistet: Der möglichst weitgehende Erhalt des Schiffes im Originalzustand und die ständige Fahrbereitschaft von Elbe1“  sind wesentliche Eckpfeiler des Konzeptes.

Förderverein betreut Besucher

An Bord informiert der Förderverein die Besucher zunächst einmal über die technischen Daten des Schiffes selbst. Die Maschinenanlage und natürlich das Leuchtfeuer sind dabei interessant.

Auch die Brücke, auf der während der Seezeiten des Schiffes rund um die Uhr Wache gegangen und Ausschau gehalten wurde, ist eine Attraktion. Als Museumsschiff erinnert „Elbe1“ an die Ära der bemannten Feuerschiffe, denn solche Schiffe mit einer Besatzung gibt es nicht mehr. Die Nachfolger werden mit modernster Technik von Land aus überwacht.

Für den Erhalt des schwimmenden Oldtimers müssen die Vereinsmitglieder und ihre Helfer selber sorgen. Hunderte Quadratmeter Rost wurden geklopft, ungezählte Eimer Farbe vermalt und das hölzerne Deck komplett neu kalfatert, inzwischen teilweise auch völlig erneuert, um ein Eindringen von Wasser zu verhindern.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Klaus Fossgreen, und sein Feuerschiff-Beauftragter Peter Rhetz sind zuversichtlich, dass die „Elbe1“ in einem so hervorragenden Zustand bleibt, wie sie sich gegenwärtig präsentiert.

An Bord gibt es ständig viel Arbeit.

Viel Arbeit gibt es auch mit der umfangreichen technischen Anlage. Der Auftrag der Stadt, das Schiff immer fahrbereit zu halten, erfordert einen erheblich größeren Wartungsaufwand, als er notwendig wäre, wenn „Elbe1“ auf Dauer im Hafen liegen bleiben sollte.

Um den Schiffsbetrieb umweltfreundlicher zu gestalten, wurde übrigens mit erheblichen auch finanziellen Aufwand eine vollbiologische Kläranlage nach neustem Standard eingebaut.

Rainer Heinsohn

Das Feuerschiff „Bürgermeister O`Swald“ mit der Positionsbezeichnung „Elbe1“ hat die folgenden wesentlichen Daten:

Schiffsdaten:

Baujahr: 1948

Bauwerf: J. L. Meyer, Papenburg

Länge über alles: 61,50 Meter

Breite über alles: 9,55 Meter

Tiefgangmaximal: 4,72 Meter

Höhe: 27,50 Meter

Geschwindigkeit: 10 Knoten

Bruttoregistertonnen: 641

Unterkünfte: 17 Kammern

Treibstofftank: 36 Kubikmeter

Trinkwassertank: 45,5 Kubikmeter

Trimmtanks: 85,5 Kubikmeter

Ankerkette: 375 Meter

Anker: Pilzanker (3000 kg)

Maschinendaten:

Hauptantrieb: MAN/MTU Diesel

Leistung: 650 PS

Generatoren: 3 MAN-Diesel

Leuchtfeuer:

Feuerhöhe: 16 Meter

Winkel: 360 Grad

Energie: Elektrizität

Stromverbrauch: 1500 Watt

Optische Tragweite: 23 Seemeilen

Kennung: Gleichtakt

Interwall: 10 Sekunden (5 Sekunden Schein, 5 Sekunden Pause)

 


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