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Sonderbericht Leuchtturm - Oberfeuer Eversand |

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Leuchtturm
wird aus Wattenmeer an Küste versetzt
32 Kilometer misst der Weg, den das 113 Tonnen schwere stählerne Monument vom Wattrücken Eversand in der Wesermündung bis zur Hafeneinfahrt Dorum-Neufeld zurücklegen muss. „Eigentlich wollten wir schon am Montag loslegen, aber Eisgang und Ostwind haben uns gehindert“, sagt Wolfgang Kayser vom Rasteder Ingenieurbüro Kayser und Partner, das dieses außergewöhnliche Vorhaben geplant hat. Ausführendes Unternehmen ist die Tiefbau GmbH Unterweser in Nordenham. Sobald es das Wetter zulässt, wird das 34 Meter hohe Leuchtfeuer von seinem Fundament abgelöst und unter seiner ersten Galerie auf den Haken genommen. Getragen wird es „von einer Art Katamaran“, wie Kayser erläutert. Zwei Pontons, auf denen ein vierfüßiges Gerüst steht, werden den Leuchtturm von seinem angestammten Platz entführen – und zwar mit Hilfe der Natur: Der Tidenhub wird den Turm anheben und zu seinem neuen Standort bringen. Zwei Fluten werden dafür gebraucht. Der neue Platz für den alten Turm liegt nur noch knapp 100 Meter von der Küste entfernt. Eine Bäderbrücke – überhaupt die erste an der deutschen Nordseeküste – wird den Hafen mit dem Turm verbinden. Hier ist das Leuchtfeuer der Mittelpunkt der Touristen-Attraktion „Erlebnisraum Wattenmeer“. Er wird eine Sonderausstellung der Nationalpark-Verwaltung beherbergen, die über ein neues Treppenhaus – und bald auch über einen Aufzug – zugänglich sein wird. Außerdem wird die alte Einrichtung des Turms präsentiert – mit Deckenmalereien und geschnitzten Alkoven für die Leuchtturmwärter. Ein Schaubiotop am nahe gelegenen Nationalparkhaus und ein Naturpfad runden das Angebot ab. Errichtet wurde das Oberfeuer Eversand 1886, ein Jahr nach dem berühmten Leuchtturm Roter Sand. In Betrieb war es bis 1923, als das Fahrwasser der Außenweser vom Wurster Arm in den westlicher gelegenen Fedderwarder Arm verlegt wurde. Als das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven den Turm Ende 1999 loswerden wollte, griffen Peter Bartz und Klaus Wonneberger von der Nationalpark-Verwaltung Wilhelmshaven zu und entwarfen gemeinsam mit dem Diplom-Grafiker Raymon E. Müller (Südbollenhagen) das Gesamtkonzept. Die Kosten von 1,85 Millionen Euro übernimmt zum größeren Teil die EU. 455 000 Euro steuern die Bremen-Ports bei, für die die Verlegung des Turms eine Ausgleichsmaßnahme für die Verklappung von Baggergut in den Jahren von 1995 bis 1997 ist. Weiteres Geld kommt von der Samtgemeinde Land Wursten, der Nationalpark-Verwaltung und der Wattenmeer-Stiftung. |