Obereversand: Ein Leuchtturmdenkmal

An der Kante des Deichvorlands in Dorum-Neufeld erhebt sich ein schwarzer, hoch aufragender, bakenähnlicher Turm. Der ehemalige Leuchtturm Eversand-Oberfeuer, 37,40 m hoch über Niedrigwasser, der gemeinsam mit drei weiteren mittlerweile ausgedienten Leuchttürmen ein gutes Jahrhundert lang die "Skyline" des Wurster Watts, der Sände östlich der Außenweser, geprägt hat.

Errichtet 1886/87 im Auftrage der Hansestadt Bremen durch die Werft A.G. "Weser", führte Eversand-Oberfeuer zusammen mit dem heute als "Kormoranturm" bekannten Eversand-Unterfeuer von 1887 bis 1923 den stetig wachsenden Schiffsverkehr durch den Wurster Arm der Aussenweser, durch den damals das Hauptfahrwasser verlief. Diese Richtfeueranlage war Teil eines Projekts, das die letzte bis dahin auf der Strecke von See bis Bremerhaven bestehende Befeuerungslücke schloss und somit erstmals die Bremerhavener Häfen auch bei Nacht sicher erreichbar machte. Nicht zuletzt die in ihren Abmessungen immer größer werdenden, an feste Fahrpläne gebundenen Lloyddampfer, hatten großen Nutzen davon.

Eversand-Oberfeuer, für das sich schnell der Name "Obereversand" einbürgerte, war ausgestattet mit einer Fresnel'schen Gürtelleuchte von 500 mm Brennweite, mit der anfangs eine dreidochtige Petroleumlampe eine Tragweite von 12 Seemeilen (1 Seemeile = 1.852 m) erzielte. Seit 1905 wurde das modernere und lichtstärkere Petroleumglühlicht eingesetzt. Durch das Einlegen von roten Farbsektoren konnte den Schiffen weitere Informationen über ihre aktuelle Position im Fahrwasser gegeben werden.

Wie auch die benachbarten Leuchttürme, so gab bei Nebel und unsichtigem Wetter auch Eversand-Oberfeuer sein stationsspezifisches Schallsignal mit einer Nebelglocke. Diese Glocke war an der Außenwand des Windfangs auf der oberen Galerie angebracht.

Ober ein Kabel, das durch das Watt zu dem 12 km vor der Küste stehenden Leuchtturm hinausführte, war eine Verbindung mit dem Telegraphennetz hergestellt, welches den Leuchtfeuerwärtern vom Eversand die schnelle Obermittlung von Beobachtungen und sonstigen Nachrichten ermöglichte.

Ihre Bedeutung als Seezeichen büßten die Leuchttürme auf dem Wurster Watt jedoch unvorhergesehen schnell ein: Verlagerungen der Stromrinnen und Sände erzwangen 1922 die Verlegung des Weser-Hauptfahrwassers in den Fedderwarder Arm. Damit wurden ein Jahr später die Eversand-Richtfeuer gelöscht.

Geblieben sind ihre Leuchtturmbauwerke. Eversand-Oberfeuer wurde zu einer "Zufluchtstelle für Schiffbrüchige" umgewidmet. Diese Funktion hatte der Turm bis zum Jahr 2000 inne und ihr verdankte er einfache Erhaltungsmaßnahmen seitens der Wasserund Schiffahrtsverwaltung. Die originale Inneneinrichtung der Wohn? und Diensträume blieb jedoch unangetastet.

Dadurch, dass Eversand-Oberfeuer nur eine relativ kurze Zeit als Leuchtfeuerträger genutzt wurde, ist er äußerlich und innerlich von entstellenden Umbauten verschont geblieben. Er stellt damit heute ein in seiner Ursprünglichkeit von einem anderen existierenden deutschen Leuchtturm kaum zu übertreffendes Zeugnis vom Stande der Seezeichenentwicklung im ausgehenden 19. Jahrhundert dar.

Sonderbericht Leuchtturm - Oberfeuer Eversand

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Daten / WSA

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DIE WELT 28.02.03

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FÖRDERVEREIN LEUCHTTURMDENKMAL OBEREVERSAND EV.
Im Moment habe ich noch nichts weiter von/über den Förderverein. Deshalb kann ich nur einen Auszug aus ihrem Prospekt bringen....

Förderverein Leuchtturmdenkmal Obereversand e. V.

Ende 1999 suchte der Bund einen neuen Träger für die Unterhaltung des Turmes.

Daraufhin kam es im März 2000 in Bremen durch eine Gruppe von leuchtfeuer- und schiffahrtsinteressierten Personen zur Gründung des "Förderverein Leuchtturmdenkmal Obereversand e. V." der sich die Förderung von Maßnahmen zur Bewahrung dieses besonderen Leuchtturmes auf dem Eversand sowie die Erforschung und Publikation seiner Geschichte zum Ziel setzte.

Im selben Jahr entstand dann das Konzept zur Entwicklung eines maritimen Tourismus im Land Wursten, das eine Versetzung des ehemaligen Eversand-Oberfeuer an die Küste bei Dorum-Neufeld vorsah. Die Initiative ging von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer aus -gemeinsam mit der Samtgemeinde Land Wursten und anderen Trägern -dem sich der Förderverein Leuchtturmdenkmal Obereversand e.V. anschloss.

Diese Überlegungen wurden Anfang 2003 verwirklicht. Der "Förderverein Leuchtturmdenkmal Obereversand e.V." ist im Verfolg seiner Zielsetzung Partner der dieses Vorhaben betreibenden Institutionen. Er beteiligt sich mit der Komplettierung und Pflege der historischen Turmausstattung sowie mit Aufgaben des täglichen Betriebs.

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten erstrahlt die Lebens- und Arbeitswelt eines Leuchtfeuerwärters von vor 100 Jahren in neuem Licht und wartet nun darauf, von einer breiten Offentlichkeit erlebt zu werden.

Wenn Sie die Ziele des Vereins unterstützen möchten -durch Anregungen, persönliche Mitarbeit, Sachspenden oder einer Mitgliedschaft, so wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:

Förderverein Leuchtturmdenkmal
Obereversand e. V.

c/o
Martin Focke
Padingbütteler Altendeich 86
27632 Padingbüttel
Tel.: 04 742 / 25 39 4 7